Aktuelles und Nachrichten
E-Mail von der Zeitschrift "Falter" und Antworten
Folgende E-Mail ging am 7. September 2006 ein:
"Sehr geehrter Hr. Dr. Martin,
per mail und Telefon habe ich Ihnen schon mehrere Anfragen wegen eines Interviews geschickt, aber keine Antwort bekommen. Ich versuche es bei dieser Gelegenheit noch einmal: Gäbe es eine Möglichkeit für den Falter, Sie bis 18. September zu interviewen?
Abgesehen davon möchte ich Ihnen noch Fragen zu Gabriele Wladyka, der Kandidatin Ihrer Liste für das Burgenland, stellen:
- Frau Wladyka trat seit Jahren, als Aktivistin oder Leserbriefschreiberin, regelmäßig für den Austritt aus der EU ein. Wie passt das mit dem auf Ihrer Homepage vertretenen Ansprüchen "Wir sagen Ja zu Europa", "Vernünftige EU-Kritik" und "Reformdruck verstärken" zusammen?
- Plädieren Sie, Herr Dr. Martin, auch für den Austritt aus der EU?
- Hat Frau Wladyka ihre Meinung diesbezüglich geändert?
- Frau Wladyka sagte, die EU-Osterweiterung sei wie der "Ostfeldzug des Vierten Reichs" (Presse vom 4.03.2003) und nannte die EU einen "Völker-Kerker" (Kronenzeitung 24.04.2002). Sind Sie auch dieser Ansichten? Wie passen diese Ansichten mit dem von Ihnen erhobenen Anspruch der "vernünftigen EU-Kritik" zusammen?
- Frau Wladyka nannte die Nobelpreisträgerin Elfriede J elinek eine "Rassistin" (Zur Zeit 46/04) und die Werke Cornelius Koligs "Fäkal-Kunst" (Krone 22.10.1998). Sind Sie auch dieser Ansichten bzw. wie bewerten Sie diese?
- Frau Wladyka sagte, sie finde den Slogan "Frauen zurück an den Herd" gut und sei "gegen diese Multikultigesellschaft" (Falter 19.03.2003). Sind Sie auch dieser Ansichten bzw. wie bewerten Sie diese?
- In der überparteilichen Aktion EU-Austritt arbeitete Frau Wladyka mit Frau Inge Rauscher zusammen, die im Oktober 2000 als Referentin bei der politischen Akademie der Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik (AFP), die vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes als rechtsextrem eingestuft wird, auftrat. Stört Sie diese Verbindung? Wie bewerten sie diese?
Ich würde mich über Antworten bis Montag, 11.9., 17.00 Uhr, sehr freuen.
mit freundlichen Grüßen
Gerald John
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Falter Politikredaktion
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Stellungnahme dazu von Gabriele Wladyka:
Ich möchte mich in aller Form für die unüberlegten Äußerungen entschuldigen, die ich getätigt habe. Es ist mir bewusst geworden, dass diese Äußerungen indiskutabel sind, denn ich lehne jede Form des Rassismus oder die Relativierung historischer Tatsachen ab. Ich bin weder rechtsextrem noch ausländerfeindlich. Festhalten möchte ich auch, dass ich bei meinen Aktivitäten zwar Kontakte zu rechten und linken Gruppierungen habe, die EU-kritisch sind, ich mich aber nicht mit den jeweiligen Extremen identifiziere.
Stellungnahme dazu der Bürgerliste für Demokratie, Kontrolle, Gerechtigkeit:
Gabriele Wladyka ist zu uns gestoßen als Mitglied der Bürgerliste Perchtoldsdorf, wo sie sich in vielen Projekten, etwa zuletzt beim Schutz der städtischen Burg, mit Erfolg engagiert hat. Sie wurde auf unserer Liste am 25. August 2006 an unwählbarer Stelle im Bundesland Burgenland nominiert. Hätten wir zu diesem Zeitpunkt bereits von ihren indiskutablen Äußerungen gewusst, wäre dies nicht geschehen. Auf Grund der nunmehr vorliegenden Informationen wird Frau Wladyka auf unserer Bundesliste, die für die Vergabe der Parlamentsmandate entscheidend sein wird, nicht nominiert. Dieser Schritt ist eine Selbstverständlichkeit für eine Bürgerliste, die den Menschenrechten verpflichtet ist. Fehler machen wir alle, doch man muß dafür dann auch die Verantwortung übernehmen und Konsequenzen ziehen.
Für die Bürgerliste für Demokratie, Kontrolle, Gerechtigkeit:
Dr. Hans-Peter Martin
Dr. Klaus Diekers
Mag. Jürgen Klepeisz
Mag. Patrik Kutschi
Manfred Walser