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"Die Presse": Kommentar - Alfred Gusenbauer bleibt nichts erspart

MARTIN FRITZL (Die Presse) 22.09.2006

Alfred Gusenbauer geht es wie dem alten Kaiser Franz Joseph. "Mir bleibt nicht erspart", musste der angesichts diverser Tragödien in seiner Amtszeit eingestehen. Und auch Gusenbauer hat nun neben dem Mega-Problem Bawag ein weiteres am Hals: Der liberale Parteichef Alexander Zach, von Gusenbauer sehr zum Missfallen vieler altgedienter Parteigenossen auf einen sicheren Listenplatz für den Nationalrat gehievt, ist in eine Spendenaffäre verwickelt.

Zachs Firma hat 15 Millionen Euro von der Baufirma Strabag erhalten und einen Teil davon an ungarische Parteien weitergeleitet. Wofür ist das Geld geflossen? Die Strabag selbst spricht von "Unterstützung der politischen Demokratie in Ungarn". Eine Argumentation, die man hinterfragen muss.

Absurd ist jedenfalls Zachs Rechtfertigung, er habe von den ungarischen Geschäften seiner Firma nichts gewusst. Da erhält eine kleine PR-Firma einen 15-Millionen-Euro-Auftrag und der Hälfte-Eigentümer und Geschäftsführer kümmert sich nicht darum? Da muss man schon sehr blauäugig sein, um das zu glauben. Außerdem hat Zach persönlich die Rechnung per Fax verschickt.

Die Hoffnung Gusenbauers, mit Zach ein liberales Wählerspektrum ansprechen zu können, ist jedenfalls schwer beschädigt. Und Zach selbst wird jetzt wohl die Dinge offen legen müssen.