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Bürgerliste Martin legt zu: Jetzt 5-6 Prozent der Wählerstimmen
Nach der Vorstellung von Programm und den ersten Kandidaten steigen die Werte in den Meinungsumfragen: Laut der Tageszeitung „Kurier“ vom 3.9.2006 liegt die „Liste Martin“ jetzt bei 5 Prozent der Stimmen, die neue Tageszeitung „Österreich“ sieht sie bei 6 Prozent. Das Magazin „Profil“ veröffentlicht etwas ältere Daten und gibt den Weissen vier Prozent. Siehe auch: "Kurier": Politiker ärgern die Bürger am meisten
Immer mehr Unentschlossene
KURIER-Wahlumfrage: Die ÖVP liegt weiter vor der SPÖ. Die Kanzler-Partei hat aber Sympathien eingebüßt – wegen der Pflege-Debatte.
In vier Wochen wird gewählt. Wäre die Stimme schon an diesem Sonntag abzugeben, sähe das Resultat so aus: 37 Prozent für die ÖVP, 35 % für die SPÖ. Die Grünen kämen auf 11, die Blauen auf 8, die Orangen auf vier. Hans-Peter Martin brächte es auf fünf Prozent, wie eine Integral-Umfrage für den KURIER ergibt.
Ratlosigkeit
Weiters: Die Zahl der Unentschlossenen wird größer (von 12 % im Juli auf 22 % gestiegen). Integral -Forscherin Petra Schiesser: "Mit Martin gibt es einen neuen Player. Es gibt Ratlosigkeit, welche Partei Lösungen für Probleme hat, und Politikmüdigkeit, verstärkt durch die Schlammschlacht FPÖ versus BZÖ."
Die ÖVP hat seit Juli zwei Prozentpunkte verloren. Grund: Die Pflege-Debatte. "Der Kanzler hat versucht zu schweigen bzw. zu beschwichtigen. Das hat ihn unter Druck gebracht, Stellung zu nehmen", analysiert Schiesser. Die SPÖ profitiert davon nicht; sie liegt einen Prozentpunkt schlechter als im Juli. Das habe der Chef zu verantworten: "Alfred Gusenbauer konnte nicht punkten."
Die Grünen haben ebenfalls marginal abgebaut. Gleich geblieben sind FPÖ und BZÖ (muss nach wie vor um den Einzug ins Parlament bangen). Martin rangiert vor den Orangen. Er schlägt deren Boss Westenthaler auch bei der Sympathie. Am unsympathischsten: FP-Strache.
Am besten kommt nach wie vor Grünen-Chef Van der Bellen an. Schüssel hat Zuneigung eingebüßt – wie seine Partei wegen der Pflege-Misere. Gusenbauer konnte ihn nicht überflügeln.
ÖVP/BZÖ out
Mit Abstand beliebtestes Regierungsbündnis ist die Große Koalition, gefolgt von Rot-Grün und Schwarz-Grün. ÖVP und BZÖ möchten nur noch vier Prozent – das ist weniger Zuspruch als für ÖVP-FPÖ.
Den "größten Änderungsbedarf" sehen die Österreicher bei der Sozialpolitik. Im Juli meinten 37 %, sie müsse sich ändern. Nun wollen das 43 % (dahinter Wirtschafts- und Bildungspolitik). Schiesser: "Auch das liegt am Pflege-Thema. Das betrifft jeden in irgendeiner Form."
Artikel vom 03.09.2006, 09:23 | KURIER | Karin Leitner